Zweitverwendung ungestempelter Briefmarken verboten

Kurz bevor die Post alle ihre Filialen schließt und durch Tante-Emma-Läden ersetzt, hatte ich gestern innerhalb weniger Tage bereits die zweite unheimliche Begegnung der dritten Art mit dem deutschen Briefmarken-Monopolisten.

Früher, als ich noch häufiger Briefe verschickte, war es für mich selbstverständlich, versehentlich unabgestempelte Briefmarken von erhaltenen Zusendungen rechteckig auszuschneiden – mit gehörigem Sicherheitsabstand, um die Zacken nicht zu verletzen – und mittels Prittstift auf meine Versandstücke zu kleben. Ablösen per Wasserdampf war mir schon immer zu umständlich. Und es ging ja auch jahrelang gut.

Gestern bringe ich einen auf diese Weise frankierten Brief zum Abwiegen in meine Postfiliale und erfahre, dass das im Grunde gar nicht erlaubt, ja quasi verboten wäre: Einmal benutzte Briefmarken, die von der Post nicht abgestempelt wurden, dürfen kein zweites Mal verwendet werden! – Aber Hallo!

Trotzdem war die Post-Mitarbeiterin am Schalter nach Rücksprache mit einer Kollegin so nett, mir eine Quittung über den „versehentlichen Untergang von Postwertzeichen“ o. ä. auszudrucken und diese von mir unterschreiben zu lassen. Anschließend hat sie meine Bastelarbeit mit einer dieser hässlichen neumodischen Automatenmarken überklebt. Ohne dass ich dafür einen Cent hätte berappen müssen.

Dankbar und beschwingt verlasse ich meine Postfiliale. Freundlicher und zuvorkommender kann die Posteinlieferung demnächst bei Tante Emma auch nicht sein.

16 Gedanken zu „Zweitverwendung ungestempelter Briefmarken verboten“

  1. Hey, sowas passiert auch noch in der Servicewüste Deutschland? Freut mich, ich werde bei der Post immer nur „abgefertigt“… da bringe ich Pakete lieber zu Hermes in den Kiosk, der Kiosk Besitzer weiß nämlich wie man Kunden behandelt…

  2. Ich hab mal in irgendeinem Blog etwas darüber gelesen, was das früher mal war…das mit den Briefen und Briefmarken….und so. Jetzt versteh selbst ich den Unterschied zwischen digital und analog..Konnte es kaum glauben, dass die Menschen früher mal auf solche Art und Weise kommuniziert haben. Das muss ich sofort twittern… 😉

  3. Ih finde, die Post veruscht zu viel.

    Übrigens soll man angeblich kostenlos Briefe verschicken können, in dem man unfrankierte Briefe einwirft, an sich adressiert und als Abesender den Empfänger eingibt. Die werden dann nämlich dahin geschickt, mit der Notiz „unzureichend frankiert“.

  4. @Papa Bodehase: Also so völlig ohne jede Begründung eine solch exklusive Meinung zu posten… *kopfschüttel*… Vielleicht klärst du uns auf, inwiefern uns die Post abzockt. Obwohl, du hast Recht: 55 Cent für einen Brief sind schon Abzocke pur.

  5. Da gibts viele Sachen: z.B. daß Pakete, die bei anderen versendern versichert sind dies bei der Post nicht sind. Man nennt sie dann einfach Päkchen anstatt Paket.
    Oder daß die „Filialen“ nun immer in fremden Geschäften drin sind. Und das dann aber nur noch alle 2-3 Orte. D.h. größere Fahrtzeit.
    Dann nur noch jeweils max. 1 Schalter: IMMER mind. 4-5 Personen vor einem. Egal zu welcher Uhrzeit.
    Online-Briefmarken sind toll, aber weshalb sind die nicht preiswerter als gekaufte, wenn man schon selbst ausdruckt?
    Größere Briefsendungen werden grundsätzlich immer in den Briefkasten reingewürgt… egal ob da „nicht knicken“ o.ä. draufsteht.
    DHL klingelt und ist 5 Sekunden später schon wieder weg und es liegt eine Benachrichtigung im Kasten.

    Ach…. viele Sachen…

  6. Ich denke das man in Zukunft beim Briefmarkenkauf den Empfänger
    angeben muss um die Briefmarke zu personalisieren und sie dann so nicht anders verwenden darf 🙂

  7. Hab gerade Deinen Blog entdeckt – hast zwar einen seltsamen Musikgeschmack, schreibst aber witzig! Kompliment. Die Geschichte mit den hässlichen neumodischen Automatenmarken kenne ich auch, nur: wo hatte denn die Postmitarbeiterin die Marke her? Aus dem Automaten? Dann hätte sie ja Geld in den Automaten schmeissen müssen, zumal Du ja nichts berappt hast, wie Du schreibst. Oder haben PostmitarbeiterInnen diese hässlichen Marken sozusagen bei der Hand hinter dem Tresen? Dann allerdings wären es keine Automatenmarken, stimmts?

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